Erotische Strafen

In früheren Zeiten ging man davon aus, dass der Wechsel von Gunstbezeugungen und Abstrafungen dazu beiträgt, zwischen Gut und Böse unterscheiden zu lernen. In der Erotik versuchen viele Menschen, vor dem anderen Geschlecht „vorauseilenden Gehorsam“ zu üben, um dann mit der Gunst in Form erotischer Genüsse bedacht zu werden. Kehrt man dies Prinzip um, so kann fehlerhaftes Verhalten auch zu erotischen Strafen führen.

Zur Bestrafung unter erotischen Vorzeichen werden teilweise auch nicht-erotische Strafen eingesetzt, die dazu dienen sollen, den Partner herabzusetzen. Neben üblichen Psychospielen dienen dazu auch schamverletzende Handlungen. Ziel ist zumeist, dem submissiven Partner zu zeigen, dass er völlig abhängig von der Gunst oder Laune des dominanten Partners ist.

Strafen durch Liebesentzug oder Sexentzug

Eine erotische Strafe kann im Entzug von Liebe oder Sex bestehen, und diese Methode ist keinesfalls unüblich – sie wird von zahllosen Paaren, meist auf Initiative der Frau, praktiziert.

Strafen durch sexuelle Einschränkungen

Wird die erotische Strafe erweitert, so besteht sie darin, den Geschlechtsverkehr zu verhindern, indem Instrumente (Keuschheitsgeschirre, Keuschheitsgürtel) eingesetzt werden. Oftmals werden die Genitalien so weit gereizt, bis der Partner kurz vorm Orgasmus steht, der dann aber verweigert wird. Weitere Strafen sind oft psychischer Natur: Nackt vor vollständig angezogenen Partner zu erscheinen, vor ihm masturbieren zu müssen, oder die Beine schamlos gespreizt zu halten. Dazu gehören auch Szenarien, in denen der Partner zusehen muss, wie sich der Partner mit sich selbst oder mit Dritten vergnügt.

Körperstrafen - körperliche Züchtigungen

Erotische Körperstrafen, auch als „Abstrafungen“ bezeichnet, entsprechen im Kern den Prügelstrafen vergangener Jahrhunderte, werden aber differenzierter und unter Verwendung zahnloser erotischer Komponenten verabreicht. Dabei kommt es darauf an, in welcher Konstellation sich die Partner zusammengetan haben:

1. Bei „häuslichen“ Strafen werden Handschläge, Haarbürsten, Kochlöffel, Hosengürtel und – soweit verfügbar – auch Rute, Teppichklopfer und Rohrstock verwendet.
2. Bei Strafen innerhalb von Institutionen werden die Instrumente angewandt, die in früher in Schulen und bei öffentlichen Bestrafungen angewendet wurden – in der Regel also Stockschläge (Rohrstöcke) oder Schläge mit Riemen (z.B. mit der schottischen Tawse.)
3. Bei Strafen, die an Domestiken durch die Herrin/den Herrn selbst vollzogen werden, kommt zusätzlich die Reitpeitsche (oder eine andere Peitsche) ins Spiel.
4. Sind sogenannte „menschliche Tiere“ betroffen, so werden die Mittel angewandt, die man in früheren Zeiten auch an den Vorbildern verwendet hat. (Stiefel, Sporen, Reitpeitsche, Hundepeitsche).
5. Die extremsten Strafen erwarten Rollenspieler(innen), die als Zuchthäusler und Seeleute bestraft werden wollen. Bei ihnen kommen neben Stockschlägen vor allem die gefürchteten „Neunschwänzigen Katzen“ zur Anwendung.

Grenzen und erotischen Folter

Manche Paare gehen über die Abstrafung hinaus. Eine gewöhnliche Strafe ist per Definition immer dann beendet, wenn das Strafmaß erreicht wurde. Danach herrscht wieder ein friedvolles, offenes Verhältnis im Spiel der Partner. Wünschen sich die unterwürfigen Partner hingegen erhebliche Qualen, um ihre Schmerzfähigkeit unter Beweis zu stellen, so spricht man besser von „erotischer Folter“.

Erotische Strafen sind hochgradig umstritten, vor allem dann, wenn sie außer dem als sensationell empfundenen und herbeigesehnten Schmerz noch Verletzungen hinterlassen. Andererseits ist die Lust an der Strafe, aber auch an der Züchtigung, ein weitverbreitetes Phänomen, das teils mit dem geliebten Partner, teils aber auch außerhalb bei Dienstleisterinnen verwirklich wird.

Entgegen der öffentlichen Wahrnehmung sind erotische Strafen weder auf BDSM-Kreise (S/D), SM) noch auf „Sadomasochisten“ beschränkt. Sie werden in abgemilderter Form auch von sogenannten Vanille-Paaren zur Luststeigerung vollzogen.

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