Liebe im Wandel

Kurz gefasst - die Definition von Liebe im Lexikon heute

Liebe ist ein Begriff, der sehr stark dem Wandel unterliegt – es gibt keinen emotionalen Zustand, den das Wort eindeutig beschreibt. In der praktischen Verwendung steht Liebe heute für:

- Eine Neigung zu Künsten, Wissenschaften oder Gegenständen.
- Ein Gefühl starker emotionaler Zuneigung zu Menschen.
- Das Gefühl des sozialen Zusammenhalts.
- Die Sexualität, sofern sie Elemente der Zuneigung enthält.

Wenn Sie Meinungen zur Liebe suchen: Lesen Sie die kompetenten (interpretierten) Meinungen bedeutender Wissenschaftler in Zwölf Mal Liebe.

Ausführlich - die Verwendung von Liebe im Wandel der Zeiten

kMit „Liebe“ bezeichnen wir heute jede Art von emotionaler Zuneigung. Ursprünglich war der Begriff für die Freundesliebe unter Männern reserviert, wie man sie beispielsweise idealisiert bei Friedrich Schiller wiederfindet. Auch im „Lied der Deutschen“ kommt sie zum Vorschein, wenn wir aufgefordert werden, „Brüderlich mir Herz und Hand“ zu handeln. Die Natur und Tiefe dieser Art von Beziehungen erschließt sich dem heutigen Menschen kaum noch, was sich schon im heute gebräuchlichen Wort „Männerfreundschaft“ ausdrückt, das nicht annähernd mit dem hohen Ideal des ursprünglichen Begriffs übereinstimmt.

Liebe im „engeren Sinne“ ist um 1850 so definiert worden:

Im engeren Sinn versteht man unter Liebe nur das Verhältnis lebender Wesen zueinander, und nur unter ihnen kann sie zu derjenigen Steigerung und Vollkommenheit gelangen, welche durch die Gegenseitigkeit der Liebe bedingt wird.“

Im geistig-wissenschaftlichen Bereich trennte man die Liebe nach der „allgemeinen“ Liebe und der „Geschlechtsliebe“, über die es hieß:

Bei der Geschlechtsliebe spielen … eine Menge dunkler und instinktiver Regungen und Gefühle hinein … (aber) beim Menschen sind diese Naturtriebe durch Erziehung, Volkssitte, Erwerbsverhältnisse und Standesunterschiede in gewisse Schranken gebannt, die indessen häufig genug durch die elementare Gewalt der Leidenschaft umgerissen werden.“

Der Volksmund trennte die geschlechtliche Liebe weitaus weniger von anderen Formen der Liebe, und die Dichter bemühten sich, die geschlechtliche Liebe mit Zusätzen aus dem Bereich des Feuers zu beschreiben: Da brannte dann die „Liebesglut“ in den Herzen der Partner. Dazu kommen „Liebesfunken“, die plötzlich aufsprühen, das „Feuer der Liebe“ und die „Liebeflammen“, die entzündet werden. In der englischen wie in der französischen Sprache wir der Begriff „Liebe“ allerdings auch ohne Zusätze für sexuelle Handlungen benutz, wie man an den Ausdrücken „Faire l’Amour“ oder „To Make Love“) noch heute deutlich sehen kann (Deutsch etwa: „Liebe machen“, „die Liebe ausführen“)

Dabei wurden für die geschlechtliche Liebe ohne die Vermutung der Zuneigung andere Ausdrücke benutzt, wie beispielsweise:

Vornehm verbrämt:
„Der Liebe frönen“
„Sich der Liebe ergeben“

Bürgerlich verbrämt:
„Intim miteinander werden“
„Miteinander schlafen“

Verbrämt aus dem Mittelalter:
„Es tun“
„Die letzte Stufe der Minne erklimmen“
„Vögelen“ (wenn die „Luft rein“ ist)

Abgrenzungen

Liebe ist nicht nur ein „unordentliches Gefühl“ (Buchtitel, frühes 21. Jahrhundert) , sondern sie ist auch zu einem sehr unordentlichen Begriff geworden. Deshalb empfiehlt sich, den Begriff nur dann als Einzelwort zu verwenden, wenn ein Gefühl gemeint ist, das erotisch belegt ist. Ansonsten sollte man die Begriffe „Nächstenliebe“, „Mutterliebe“, „Geschwisterliebe“, Freundesliebe“, „soziale Nähe“, oder „Zuneigung“ verwenden.

Zum besseren Verständnis veröffentlichen wir hier zwölf Ansichten, die wir aus den Meinungen und Lebensbildern von Philosophen, Psychologen, Soziologen und lebensklugen Menschen he ausgefiltert haben. Hier geht es zu Zwölf Mal Liebe. (Im Aufbau)

Synonyme, Redewendungen und verwandte Begriffe

Quelle der Zitate:

Meyers Lexikon (historisch).

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