Slut-Shaming

Slut-Shaming ist aus mitteleuropäischer Sicht die Forderung an Frauen oder Mädchen, sich wegen ihres sexuellen Verhaltens zu schämen. Diese Forderung ist völlig unsinnig, weil sich niemand schämen muss, sein Leben sexuell so zu erfüllen, wie er/sie es für richtig hält. Das gilt jedenfalls, solange andere davon nicht geschädigt werden, was selten der Fall ist. Auch eine tatsächliche Fehlsteuerung (Abhängigkeit von sexuellen Gratifikationen) ist selten.

Annahmen über Slut-Shaming

Die Frage ist also: Wie kommt Slut-Shaming zustande, und wer ist der Verursacher? Eine mögliche Antwort liegt darin, dass die Gruppe der „wohlanständigen“ Frauen jene anderen Frauen gerne ausgrenzen würden,, die sich nicht „anständig“ verhalten und daher mehr sexuelle Erfolge haben als sie selbst. Damit wäre Slut-Shaming ein Marketinginstrument, dass als Sanktion für den Zugang zum Heiratsmarkt dient. Ganz generell weisen aber auch kirchliche und gutbürgerliche Kreise der “Schlampe“ sexuell definierte Eigenschaften zu, für die man sie ausgrenzt. In ähnlicher Weise verfahren diese Kreise mit Frauen, die für sexuelle oder erotische Unterhaltung von Männern Geld nehmen. Besonders verwerflich ist das „Slut-Shaming“ jedoch bei Männern, die einerseits darauf angewiesen sind, mit „Schlampen“ Sex zu haben, andererseits aber diese Frauen öffentlich verdammen.

Abweichende Sicht des Feminismus

Aus der Sicht des Feminismus ist „Slut-Shaming“ eine gegen Frauen und Mädchen gerichtete Sanktion, die sich aus dem sexuellen Verhalten ergibt. Im Internet wird dazu stets „Alon Levi“ zitiert, der angeblich behauptet hat: “die Implikation, dass, wenn eine Frau auf eine Art und Weise Sex hat, wie die traditionelle Gesellschaft es ablehnt, sie sich schuldig und minderwertig zu fühlen hat”. Allerdings hat Herr Levy keinerlei Relevanz - er ist ein Blogger wie tausend andere auch, der seien Meinung vertritt. Der Feminismus geht aber einen Schritt weiter und behauptet, dass „Slut-Shaming“ nicht nur „nur die angegriffenen Frauen und Mädchen (verletze, sondern …), auch Frauen als Ganzes in der Gesellschaft. Daraus ergibt sich aus feministischer Sicht, dass „Slut-Shaming“ ausschließlich von Männern ausgeht, weil ja durch das Beschämen immer „alle Frauen“ betroffen sind.

Bewertung aus der Sicht Europas

Wenn wir Slut-Shaming richtig bewerten wollen, müssen wir uns allerdings stets an den Bedingungen in Mitteleuropa orientieren und nicht an den Bedingungen im Bibel-Gürtel der USA.

Die Ursachen für Slut-Shaming sind unbekannt

Offen wäre noch, die Ursachen für das Slut-Shaming sowohl bei den Beschämten wie bei den Beschämern zu untersuchen. Tatsache ist beispielsweise, dass nicht alle Frauen mit einem lockeren oder ungewöhnlichen Sexualleben als „Schlampen“ verunglimpft werden. Völlig unbeachtet blieb bisher auch, wie häufig das „Slut-Shaming“ von Frauen ausgeht – sei es, dass sich weibliche Verwandte über das Sexualverhalten dieser Frauen aufregen oder dass Frauenkreise von gesellschaftlicher Relevanz dieses Verhalten öffentlich abmahnen.

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